Pferdeklinik Tillysburg
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Sarkoide – ein großes Thema und oft unterschätztes Hautproblem

Sarkoide sind semimaligne (d.h., sie bilden zwar keine Metastasen aus und bedrohen somit nicht das Leben ihres Pferdes, führen jedoch immer wieder zu Rezidiven) Hauttumoren, die durch ein Virus (Bovines Papillomavirus Typ 1 und 2) verursacht werden.

Die Übertragung des Virus kann zur Zeit nicht klar definiert werden; ob durch direkten Kontakt  oder Fliegen oder intrauterin (von Stute auf Fohlen) ...die Forschung hat noch keine klaren Antworten. Es wird empfohlen, Reit- und Putzsachen getrennt zu halten. Übertriebene Angst oder Hysterie ist auf keinen Fall angebracht.
In wiefern Genetik und Umwelt ursächlich eine Rolle spielen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, wird jedoch stark vermutet.
Es gibt unterschiedliche Formen, die von flachen, haarlosen Stellen bis hin zu schnell wachsenden , großen kugeligen grauen Gebilden mit zerklüfteter Oberfläche reichen.
Unabhängig vom Alter und Rasse des Pferdes treten Sarkoide vor allem am Ohrrand, an der Innenfläche der Oberschenkel, an der Achsel, am Genitalbereich, am Bauch und rund um das Auge auf.

Die Diagnose von Sarkoiden sollte nicht nur durch eine rein klinische Untersuchung festgestellt werden, sondern auch durch eine kleine (3mm große) Hautbiopsie unter der Mähne.
Direkte Biopsien von Tumoren sind aufgrund des Risikos von weiterer Wachstumsstimulation zu vermeiden.

Therapeutisch wird ein breites Spektrum an  Salben und Behandlungen angeboten, wie z.B. Zinkchloridsalbe, XXterra, Aciclovirgel, Kryotherapie („Vereisen“)....
Die Chirurgische Entfernung derartiger Tumoren war immer umstritten, aus Angst vor weiterem aggressiven Wachstum. In Kombination mit Chemotherapeutischen Substanzen (Cisplatin-beads) zählt diese Therapie nach wie vor zu den effektivsten und modernsten Methoden.
Gestielte Sarkoide können durch einfache Gummibänder abgebunden werden, flache Typen (bis zu 5mm) werden erfolgreich mit Aciclovirgel behandelt.

Grundsätzlich gilt aus heutiger Sicht der Wissenschaft:
JE FRÜHER DIE ERKENNUNG UND THERAPIE, DESTO BESSER DIE CHANCEN AUF HEILUNG!
Und
JEDE ART VON SARKOIDEN IST INDIVIDUELL ZU BEHANDELN!
ES GIBT KEINE 100% THERAPIE ! ES KANN NACH JEDER THERAPIE WIEDER EIN REZIDIV ENTSTEHEN!

Zukünftige Therapieformen wie eine prophylaktische Impfung durchlaufen gerade die ersten Studien und werden uns hoffentlich in ein paar Jahren zur Verfügung stehen.

S. Stadler

© Pferdeklinik Tillysburg 2008