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Nach über 10 Jahren chirurgischer Tätigkeit kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es medizinisch jedenfalls sinnvoll ist, die Pferde frühzeitig zu operieren und die Gelenkskörper zu entfernen. In einem gesunden 100 % leistungsfähigen Gelenk hat ein Chip nichts zu suchen. Es ist immer wieder erstaunlich welche doch deutlichen Knorpelschäden selbst schon bei jungen Pferden während der Operation sichtbar werden, obwohl das Pferd weder Schwellung noch Lahmheit zeigt. Auch wenn zahlreiche Pferde lange Zeit scheinbar keine offensichtlichen Probleme mit vorhandenen Gelenkskörpern haben und brav Ihren Job machen, wären sie ohne Chip wahrscheinlich noch viel freudiger bei der Arbeit. Die Operationstechnik der Arthroskopie (Schlüssellochtechnik) hat sich weltweit in der Pferdemedizin etabliert und gehört auch in unserer Klinik zum Standardrepertoire. Sie erfolgt üblicherweise in Vollnarkose. Über zwei kleine Öffnungen von jeweils ca. 1 cm werden Optik und entsprechende Instrumente ins Gelenk eingeführt, die Chips entfernt, der Knorpel geglättet und das Gelenk gespült. Die Wunden werden vernäht und der Fuß bleibt 10 Tage unter Verband. Je nach Schweregrad der Gelenkserkrankung bleibt das Pferd für ca. 3 Wochen in der Box.
Danach erfolgt ein kontrolliertes Schrittprogramm von ca. 5 Wochen bevor mit dem Aufbautraining begonnen werden kann. Natürlich gibt es ein geringes, aber doch vorhandenes Risiko, sowohl bei der Narkose als auch bei der Operation selbst. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es in der in der Tiermedizin, wie übrigens auch in der Humanmedizin, leider nie geben. Die Kosten für eine Arthroskopie betragen je nach Art und Anzahl der zu operierenden Gelenke zwischen 1200,- und 2000,- Euro.
Dr Christian Franz |
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© Pferdeklinik Tillysburg 2008 |